Freckenhorster Ortsarchiv

Der Freckenhorster Heimatverein besteht seit dem Jahre 1976. Seit dieser Zeit wird in dem Archiv alles gesammelt, was Bezug zu Freckenhorst hat. Mittlerweile ist eine umfangreiche Sammlung heimatgeschichtlicher Dokumente und Objekte entstanden.

Das Archiv umfasst inzwischen folgende Bestände:

  • ca. 15.000 Fotos, Dias und Negative
  • über 500 Bücher, davon ca. 100 mit direktem Bezug zu Freckenhorst
  • Sammlungsgegenstände zu Freckenhorst wie z. B. Bilder, Münzen, 200 Jahre alte Urkunden
  • Nachlässe von Einzelpersonen
  • Festschriften, Jubiläumsschriften, Landkarten, Totenzettel
  • Lokalteil der Tageszeitung „Die Glocke“
  • Vereinsarchiv
  • und anderes mehr.

Das Archiv befand sich zunächst in zwei Räumen an der Turnhalle der Grundschule. Diese beiden Räume hat der Heimatverein als Ortsarchiv und der Orchesterverein als Probenraum genutzt. Mit der Zeit wurde der Platz zu eng. Seit dem Jahre 2017 befindet sich das Archiv an der Theodor-Kreimer-Straße 7 in Freckenhorst.

Das Archiv des Freckenhorster Heimatvereins nimmt gerne weitere historische und zeitgenössische Dokumente, Urkunden, Bilder, Bücher, Broschüren oder sonstige private Nachlässe entgegen, um sie vor Vergessen oder dem Untergang zu bewahren. Dies sind wichtige Quellen für die Heimatforschung und zur Bewahrung der Geschichte der Stadt Freckenhorst. Wenn Sie dem Freckenhorster Heimatverein etwas überlassen wollen, teilen Sie uns dies bitte über mit. Wir holen die Dinge gerne bei Ihnen ab.

Das Archiv ist leider noch nicht öffentlich zugänglich, es wird aber nach vorheriger Terminabsprache gerne für alle Bürger zu privaten Recherchen sowie für Wissenschaft und Forschung zur Einsichtnahme zur Verfügung gestellt. Ihre Anfragen richten Sie bitte an: .

Die Grundlagen des Archivs legte mit viel persönlichem Einsatz Hans Jörg Kraneburg. Fortgeführt wird es derzeit durch Helmut Eismann. Haben Sie Lust mitzumachen, möchten Sie helfen, die Geschichte Freckenhorsts zu bewahren dann melden Sie sich bitte beim Vorstand des Freckenhorster Heimatvereins.

Dokument des Monats

Eines der ältesten Dokumente, die dem Freckenhorster Heimatverein von Freckenhorster Familien überlassen wurden ist der Freibrief einer Äbtissin des Stiftes Freckenhorst zur Entlassung einer Hedwig Heidtwinkel aus der Leibeigenschaft. Der Freibrief wurde im Jahre 1710 ausgestellt (siehe nebenstehende Abbildungen).

Die Leibeigenschaft oder Eigenbehörigkeit bezeichnet eine vom Mittelalter bis in die Neuzeit verbreitete persönliche Verfügungsbefugnis eines Leibherrn über Leibeigene (genannt auch Eigenleute). Leibeigene waren zu Frondiensten verpflichtet und durften nicht vom Gutshof des Leibherrn wegziehen. Sie durften nur mit Genehmigung des Leibherrn heiraten und unterlagen seiner Gerichtsbarkeit. Meist waren Leibeigene auch Grundhörige, oft war der Grundherr zugleich der Leibherr des Bauern. Grundhörige bewirtschafteten Grund und Boden ihres Grundherrn und schuldeten ihm als Gegenleistung Naturalabgaben und Dienstleistungen (Beschreibung nach Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Leibeigenschaft, abgerufen am 03.07.2021).

Die Transkription (Übertragung in lateinische Schrift) erfolgte durch Herrn Dr. Langewand, Kreis Warendorf, Kreisarchiv. Die Transkription ist original- und zeilengetreu. Die Großschreibung wurde an die moderne Rechtschreibung angepasst. Das Original des gezeigten Dokuments wird heute im Kreisarchiv Warendorf, N 25 (Heimatverein Freckenhorst), Nr. 43.1 und 43.2 aufbewahrt.

Freibrief (Entlassung aus der Leibeigenschaft) Freckenhorst, 1710 Juli 12

Urkunde, Papier; originale Ausfertigung

Freybrieff für Hedewig Heidtwinckell im Dorff Freckenhorst

Wir Hedewig Christina Gerdrutt des hochadtlichen freyweltlichen Stiffts Freckenhorst Abdissin und Archidiaconissa des selbsten, gebohrne von Korff und Erbfraw zu Sutthausen, thuen kundt und bekennen hiemit vor uns und unseren ahn der Abdey Freckenhorst Nachkommenen, daß wir unsere bishero aygenbehörige Hedewig Heidtwinckel von Ewert und Marien auff Heidtwinckels Kotten zu Freckenhorst ehelich gebohrne Tochter, von allem Leibaygenthumbsrecht- und pflichten, womit sie uns bisherzu verpflichtet gewesen, frey, lehdig und loes gelaßen haben [tun] auch sölches hiemit und krafft gegenwärttigen Brieffes, gestalt sie sich nuhnmehro anderen, freyen Leuthen gleich verhalten und dahin —ehren und begeben magh, woes ihr am dienlichst- und gelegensten zu sein vermeinen wird, globen auch hiemit ihr diese Frey- und Quitlaßung jederzeits zu stehn, und zu wahren, so offt es nöthig sein wird, und wir darümb ersuchet werden, vor behaltlich daß sie an ob[gemelten] unseren Heidtwinckels Kotten sich aller ferneren Ansprach unterm praetext kindtlichen Antheils und sonst bey Verlust dieser von unser erlangter manumission und Freyheitt gäntzlich begeben soll und wölle, in Uhrkundt haben wir gegenwärttigen Freylassungs Brieff aygenhändig unterschrieben und mit unsern angebohrnen hochadtlichen Ingesiegell wissentlich bekräfftiget. So geschehen Freckenhorst den 12 Julii 1710.

Hedewich Christina Gerdrudt Abtissin

Impressionen aus dem Archiv

Diasammlung eines Freckenhorster Bürgers
Diasammlung eines Freckenhorster Bürgers
Der Freckenhorster Heimatverein übernimmt Fotos und Dias eines Freckenhorster Hobbyfotografen
Der Freckenhorster Heimatverein übernimmt Fotos und Dias eines Freckenhorster Hobbyfotografen

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